Topgolf: Hohe Folgekosten, hohe Belastung – falsches Signal für Halstenbek
Es gibt viele Gründe, das Vorhaben „Topgolf“ sehr kritisch zu bewerten.
Als Klimabündnis liegen unsere Schwerpunkte für die Beurteilung derartiger Vorhaben primär auf Fragen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit – und insbesondere unter diesen Aspekten gibt es aus unserer Sicht gewichtige Gründe, die gegen die Umsetzung eines Entertainmentbetriebs dieser Größenordnung in Halstenbek sprechen. Hier sind insbesondere der enorm hohe Energiebedarf und der zusätzliche Individualverkehr für An- und Abreisen zu nennen.
Ein großdimensioniertes Entertainmentkonzept, das auf ganzjährig nutzbaren beheizten Aussenabschlagplätzen beruht, sehen wir in Zeiten von Klima- und Energiekrisen als hochproblematisch an. Die Verwendung von erneuerbaren Energieträgern ändert an dieser Einschätzung nichts, da diese auf absehbare Zeit nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen und bei weitaus wichtigeren Anwendungen eingesetzt werden sollten.
Hinzu kommt, dass wesentliche Folgekosten und externe Effekte für die Kommune bislang nicht nachvollziehbar abgedeckt erscheinen. Eine großdimensionierte, autoabhängige Freizeitnutzung erzeugt zusätzlichen An- und Abreiseverkehr, Parksuchverkehr und dadurch CO₂-Emissionen und Luftschadstoffe – auf Zufahrtsachsen, die bereits heute stark belastet sind.
Die Auswirkungen wären für die Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft besonders gravierend: eine dauerhafte, auch nächtliche Geräuschkulisse, deutlich mehr nächtliche Aufhellung, mehr Stress und ein höheres Unfallrisiko im Umfeld. Ebenso betroffen wären Vögel, Fledermäuse und andere Tiere wie Insekten – durch Lärm, Licht und den Verlust bzw. die Zerschneidung von Lebensräumen. Gleichzeitig sehen wir auch negative Folgen für das gesamte Gemeindegebiet: Wir befürchten eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität für alle Bürger:innen.
Gerade vor diesem Hintergrund ist das Vorhaben schwer mit dem Kurs vereinbar, auf den sich Halstenbek gemeinsam verständigt hat: pragmatisch und praktisch Emissionen zu senken und Klimaschutz strukturell zu verankern. Die Kommunale Wärmeplanung, das Integrierte Klimaschutzkonzept, die Planungen für eine:n Klimaschutzmanager:in sowie die vielfältigen Anstrengungen ehrenamtlicher Organisationen im Ort zeigen, wie wichtig dieses Thema vielen Halstenbeker:innen ist.
Ein Vorhaben wie „Topgolf“ wäre nicht nur ein massiver Rückschritt für unsere Klimaziele und für den Schutz der Lebensqualität in Halstenbek – sie wäre auch ein Affront gegenüber all jenen Bürger:innen, die sich bewusst für ein klima- und umweltfreundliches Leben einsetzen.
Wir sind zuversichtlich, dass bestehende rechtliche Vorgaben einem derart problematischen und störenden Vorhaben Grenzen setzen werden. Gleichzeitig appellieren wir an Politik und Verwaltung, die absehbaren dramatischen negativen Auswirkungen umfassend zu berücksichtigen, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden.
Klimabündnis Halstenbek e.V.
Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:
Jonathan Irons
Klimabündnis Halstenbek e.V